Was beinhaltet eigentlich der Stundensatz im Elektro-Handwerk?

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

auf Ihrer Rechnung erscheint eine Rechnungsposition, die wir Ihnen näher erläutern möchten. Die Arbeitskosten Ihres E-Handwerkbetriebs werden durch den Wert einer einzelnen Monteurstunde sowie die geleistete Stundenzahl ausgewiesen. Beim Wert der Monteurstunde handelt es sich jedoch nicht um den Stundenlohn des E-Handwerkers bzw. Monteurs, sondern um den so genannten Stundenverrechnungssatz.
Was ist ein Stundenverrechnungssatz?
Wie ein Handwerksbetrieb kalkuliert, hängt vor allem von seinen betrieblichen Kosten und der zu erbringenden Leistung ab. Auch branchenspezifisch gibt es Unterschiede. Weitgehend identisch ist jedoch das Schema der Kalkulation. Will der Handwerksbetrieb am Markt bestehen, muss er seine kompletten betrieblichen Kosten an die Kunden weiterreichen. Der auf Ihrer Rechnung ausgewiesene Stundenverrechnungssatz enthält daher außer dem Bruttolohn des Monteurs auch die entstandenen Lohnzusatzkosten pro Arbeitsstunde. Zudem fließen die vom E-Handwerksbetrieb zu tragenden Gemeinkosten und Risiken sowie ein Gewinnanteil in den Stundenverrechnungssatz ein.
Konkretes Rechenbeispiel
20,79 € Aktueller Tarif - Stundenlohn für einen selbständigen Monteur
+ 18,91 € Lohnzusatzkosten
+ 17,67 € Betriebliche Gemeinkosten

= 57,37 € Selbstkosten für Innungsfachbetrieb

+ 5,74 € Zuschlag für Risiken und Gewinn

= 63,11 € Stundenverrechnungssatz netto

+ 11,99 € Umsatzsteuer (19 %)
= 75,00 € Stundenverrechnungssatz brutto (gerundet)

Beispiele für Lohnzusatzkosten
- Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen und Unfallversicherung)
- bezahlte Urlaubs- und Feiertage
- Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld
- Beitrag zur Umlage am Insolvenzgeld
- Weiterbildungskosten etc.

Beispiele für Gemeinkosten
- Gehälter und Personalnebenkosten für Mitarbeiter im Büro,
- Energiekosten (Heizung, Strom, Gas, Wasser, etc.)
- betriebliche Versicherungen
- Gebühren, Beiträge
- Kfz-Kosten
- Rechts- und Beratungskosten
- Instandhaltung, Reparaturen, Reinigung
- Zinsen für Kredite
- Abschreibungen
- kalkulatorische Kosten
- Porto und Telefon
- Werbung und Personalmarketing
- Internet und EDV - etc.